Côte-Rôtie (Weinbau-Gebiet)

Wein aus dem Weinbaugebiet Côte-Rôtie AOC – kennen Sie nicht? Berühmte Weine der Côte-Rôtie aus dem Jahrgang 2001 kosten je Flasche zwischen 250 - 320 Euro! Die Côte-Rôtie ist ein kleines, aber berühmtes Weinbaugebiet. Die 224 Hekatar Rebfläche der Côte-Rôtie im nördlichen Teil der Weinbauregion Rhône, der sogenannten Rhône septentrionale liefern nicht einmal 10.000 Hektoliter Rotwein. Das allein erklärt aber nicht den hohen Preis für eine Flasche Rotwein aus Côte-Rôtie-Appellation.

Der Name Côte-Rôtie bedeutet „Geröstete oder gebratene Hänge“ , denn ähnlich einem „Poulet roti“, einem Grillhähnchen wirkt die Kraft der Sonne auf die Rebstöcke in den sonnenüberfluteten, steil terrassierten Weinbergen von Côte-Rôtie. Das Gebiet der Appellation Côte-Rôtie, übrigens eines der ältesten Weinbaugebiete in Frankreich, erstreckt sich auf Wein-Anbauflächen in den drei Gemeinden Ampuis, Saint-Cyr-sur-Rhône und Tupin. Die Côte-Rôtie erhielt am 18. Oktober 1940 den verdienten Status einer Appellation d'Origine Contrôlée (AOC).

Die Côte-Rôtie ist in zwei Teilbereiche/Teillagen aufgeteilt : Côte brune und Côte blonde heissen die zwei Weinbereiche, die nur durch einen kleinen Wasserlauf getrennt sind und, glaubt man der Legende, im 16. Jahrhundert vom Lehnsherrn Maugiron als Weinbergsbesitz zwischen seinen beiden Töchtern aufgeteilt wurden, von denen eine blonde Haare hatte und die andere brünett war.

Böden in Weinbaugebiet Côte-Rôtie

Die Wein-Hänge der Côte-Rôtie gehören geologisch gesehen zum Massiv Central (Zentralmassiv). Die Böden der Weinregion Weinbaugebiet Côte-Rôtie besteht grossteils aus Gneis bzw. Glimmerschiefer. Erosion und Verwitterung lassen zahlreiche feinste Risse und Spalten im Bodengestein entstehen, die den Wurzeln der Weinreben ein tiefes Eindringen ermöglichen. Der wahre Unterschied zwischen den zwei Teilen der Wein-Appellation Cote Rotie liegt jedoch im Boden: Die Côte blonde ist sandiger und etwas kalkhaltiger, während die Côte brune lehmiger und reich an Eisenmineralen ist.

Klima und Wetter in Weinbaugebiet Côte-Rôtie

Das Klima des nördlichen Rhônetals ist bekannt für seine Mischung kontinentaler und mediterraner Wetter-Einflüsse, die den Trauben am Rebstock heisse trockene Sommermit kurzen, aber heftigen Gewitter-Regen zumuten. Das Mikroklima der Côte-Rôtie profitiert von zwei Besonderheiten: Bedingt durch den Verlauf der Rhône von Nordosten nach Südwesten sorgt eine ganze Reihe amphitheaterartig nach Süden ausgerichteter Lagen für deutlich höhere Temperaturen im Weinberg als in der Umgebung der Côte-Rôtie. Schutz vor zu grosser Hitze wiederum bringt ein regelmäßig auftretender lokaler Nordwind, die „Bise“. Im Mittel ist das Mikroklima etwas kühler als das des weiter südlich gelegenen Hermitage.

Lagen und Weine Weinbaugebiet Côte-Rôtie

Ein Côte-Rôtie kostet viel Geld und Zeit. Viele Jahre im gut eingerichteten Weinkeller benötigen die „Diven“, die Côte-Rôtie-Weine grosser Jahrgänge. Die berühmtesten Weine aus dem Weinbaugebiet --- sind Weine stammen aus Einzellagen: La Landonne, La Turque, La Chevalière, Les Grandes Places, Les Roziers und La Viallière, die alle in der Côte brune reifen, sowie La Mouline, La Chatillonne, La Garde und Le Clos aus den Weinbergen der Côte blonde.
Kraftvoll, vielschichtig und sehr nachhaltig wirkt der Rotwein der Côte-Rôtie. Rote Weine der Côte-Rôtie brauchen viel Geduld während Reife und Lagerung. Im Glas jedoch belohnen sie den geduldigen Feinschmecker mit einem reichen Bukett von roten Früchten, Gewürzen und Veilchen. Erst nach einigen Jahren der Kellerreife verblassen allmählich die starken Tannine des Syrah, die junge Rotweine der Cote Rotie stark adstringierend und daher unzugänglich machen. Rote Weine großer Jahrgänge der Côte-Rôtie bauen in der Flasche bis zu 20 Jahre lang aus, bis sie als edle Tropfen grossen Banketten festlichen Menüs oder einem gemütlichen Winterabend am Kamin die Krone aufsetzen.